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Lungenhochdruck

Informationen für Betroffene und Angehörige

Lungenhochdruck (Pulmonale Hypertonie)

Lungenhochdruck ist eine Erkrankung des Lungengefäßsystems. Mit einer Krankheitshäufigkeit von ca. ein bis zwei Erkrankten pro einer Million Menschen zählt die primäre pulmonale Hypertonie zu den seltenen Krankheiten. Bei der primären pulmonalen Hypertonie handelt es sich um eine idiopathische Erkrankung, d. h. sie hat keine erkennbare Ursache. Die sog. sekundäre pulmonale Hypertonie ist dagegen häufiger. Genaue Zahlen zur Häufigkeit der Erkrankung liegen jedoch nicht vor. Bei der sekundären pulmonalen Hypertonie steht der Lungenhochdruck im Zusammenhang z. B. mit anderen Erkrankungen oder er wird durch die Einnahme von Medikamenten hervorgerufen.

Der Blutkreislauf der Lunge wird häufig auch als kleiner Blutkreislauf bezeichnet. Das mit Kohlendioxid angereicherte sauerstoffarme Blut gelangt von der rechten Herzkammer in die Lungenarterien. Diese verzweigen sich bis zu den Lungenbläschen, wo sich das Blut mit Sauerstoff anreichert und Kohlendioxid abgegeben wird (sog. Gasaustausch). Das sauerstoffreiche Blut fließt zurück zur linken Herzkammer, von der aus das Blut in den Körper gepumpt wird. Dieser sog. große Blutkreislauf versorgt die Organe über die Arterien mit lebensnotwendigem Sauerstoff. Im Austausch wird das nicht mehr benötigte Kohlendioxid vom Blut aufgenommen und über die Venen zurück zum Herz befördert.

Beim gesunden Menschen ist der Druck in den Lungenblutgefäßen geringer als im großen Blutkreislauf. Dies resultiert aus dem relativ großen Querschnitt der Gefäße und deren niedrigem Gefäßwiderstand. Bei der pulmonalen Hypertonie erhöht sich der Gefäßwiderstand und führt dadurch zu einem zunehmenden Druck im Lungenkreislauf, der nicht behandelt eine Rechtsherz-Insuffizienz zur Folge hat. Das macht den Lungenhochdruck zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Die Folgen des Lungenhochdrucks sind u. a. geringere körperliche Leistungsfähigkeit, Kurzatmigkeit, Kreislaufstörungen, Müdigkeit etc. Diese relativ unspezifischen Symptome erschweren dem Arzt die Diagnose.

Erstmals dokumentiert wurde der Lungenhochdruck von Ernst von Romberg (1865–1933), einem deutschen Arzt. Er verfasste im Jahr 1891 eine Abhandlung über den Lungenhochdruck. Da die ursprünglich vorgenommene Einteilung in primäre und sekundäre pulmonale Hypertonie nicht ausreichend war, erarbeitete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1998 neue Richtlinien zur Klassifikation des Lungenhochdrucks, die 2003 im Rahmen der 3. PAH-Weltkonferenz noch einmal überarbeitet wurden.

Danach erfolgt die Einteilung in:

  1. Pulmonal-Arterielle Hypertonie (z. B. idiopatisch oder assoziiert mit Erkrankungen oder durch Medikamenteneinwirkung)
  2. Pulmonale Hypertonie bei Linksherzerkrankung
  3. Pulmonale Hypertonie assoziiert mit Hypoxie (z. B. COPD, Schlafapnoesyndron)
  4. Pulmonale Hypertonie aufgrund chronischer thrombotischer und/oder embolischer Erkrankungen
  5. Sonstiges (Zusammenfassung verschiedener seltener Erkrankungen mit direktem Befall der Lungengefäße).

(ah)

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